Becker zu Stimmungsmache „pro Sterbehilfe“: Sicher nicht mit dem Seniorenbund!
Die Würde des Menschen ist unteilbar – Telefoninterviews werden sicher nicht über Leben und Tod zu entscheiden haben!
Wien, 17. Feb. 2010 – "Die heute vorgestellte Studie, wonach angeblich fast 2/3 der Menschen in Österreich für die aktive Sterbehilfe eintreten würden, muss deutlich hinterfragt werden. Der Seniorenbund wird jedenfalls niemals der aktiven Sterbehilfe zustimmen. Denn niemand soll das Leben eines anderen auslöschen und das Verbot der aktiven Sterbehilfe gibt es nicht zufällig in der überwiegenden Mehrzahl aller zivilisierten Staaten der Welt" erklärt Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes zu einer heute vorgestellten Studie der Grazer Medizin Uni.
Becker hält ausdrücklich fest: "Was wir wollen, ist ein würdevolles, schmerzfreies Sterben, verstärkte Nutzung der exzellenten medizinischen und pharmazeutischen Fortschritte, den massiven Ausbau der Palliativ-Medizin und des Hospizwesens."
Zur heute präsentierten Studie stellt Becker eindringliche Fragen hinsichtlich einer verantwortungsvollen Vorgehensweise: "Sind Telefoninterviews wirklich die richtige Methodik, um eines der sensibelsten Themen des Lebens "abzufragen", so wie die Meinung zu Waschmitteln oder Knabbergebäck erhebt? Inwiefern sind die 1.000 Telefonate repräsentativ?"
"Denn", so Becker abschließend, "die übliche Alterswahl bei solchen Stichproben liegt bei Menschen ab 16, erreicht jedoch nur sehr selten Menschen ab 70. Und 16jährige können wohl nicht damit rechnen bald in eine solche Situation zu kommen, haben sich daher eher nicht persönlich mit dem Thema auseinander gesetzt. 97jährige hingegen schon – und das macht einen großen Unterschied in der Beurteilung! Daher lehnen wir – neben unserer prinzipiellen Wertehaltung – auch spekulative Stimmungsmache vor allem in Angelegenheiten, die die Würde des Menschen betreffen, entschieden ab!"
