08.05.2017

Vom Gespenst zum Monster

Das Gespenst geistert schon länger durch die EU: die Abschaffung des Bargeldes. Ja, Sie haben richtig gelesen: Das Bargeld soll weg. Komplett. Endgültig. Erbarmungslos. Sie werden jetzt sagen: Das ist Übertreibung. Utopie. Panikmache. 

Ist es aber nicht. Leider. Die Pläne sind ganz real. In einem aktuellen Papier stellt der Internationale Währungsfonds IWF jetzt sogar einen Fahrplan vor, wie das Bargeld für immer aus dem Verkehr gezogen werden kann: www.imf.org/en/publications/wp/issues/2017/03/27/the-macroeconomics-of-de-cashing-44768 . Und so soll es gehen: Langsam und ganz ohne öffentliches Aufsehen. Dafür umso effizienter. Und vor allem: ohne ein Zurück. 

Ein Leben ohne Bargeld – und damit ohne die Möglichkeit, frei und spontan über das hart erarbeitete Geld verfügen zu können: Wollen wir das? Die Antwort ist ein eindeutiges Nein.

Aber Brüssel zeigt sich unbeeindruckt. Und die Angst der Menschen steigt. Aus dem Gespenst ist ein Monster geworden.

Der Seniorenbund sagt: Das Bargeld muss erhalten bleiben. Diese Meinung teilen wir nicht nur mit den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch mit Finanzministerium und Österreichischer Nationalbank OeNB. Und das nicht ohne Grund: In Österreich werden laut OeNB 82 Prozent aller Zahlungen in bar abgewickelt. Pro Jahr gehen 3,4 Milliarden Euro von den Großeltern an Kinder und Enkel. Und das vor allem in bar.

Das alles zeigt deutlich: Die Österreicher wollen nicht, dass „ihr“ Bargeld durch irgendwelche Plastikkarten ersetzt wird.

Aber seien Sie beruhigt: Der Seniorenbund hat den Kampf gegen die Bargeldabschaffung aufgenommen. Und gemeinsam werden wir das Monster besiegen. 

Ihre

Ingrid Korosec