02.09.2017

Österreichischer Seniorenbund ist 65: Korosec nennt Wirtschaftsstandort, Sozialsystem, Sicherheit als Schwerpunkte

Seniorenbund-Präsidentin: „Alle Themen sind Seniorenthemen“

Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, nannte anlässlich der 65-Jahr-Feier der Organisation am Samstag in Wien die Bereiche Wirtschaftsstandort, Sozialsystem sowie Sicherheit als politische Schwerpunkte der Seniorenorganisation.

Die Wirtschaft brauche mehr „Luft zum Atmen“, forderte Korosec in ihrer Rede vor rund 600, aus ganz Österreich angereisten Personen im Beisein des Parteiobmanns der neuen Volkspartei Sebastian Kurz. „Dazu brauchen wir schlankere, finanziell leichtere und zukunftsfitte Organisationsformen sowie pfiffige Beschäftigungsprogramme – vor allem auch für ältere Arbeitnehmer“, so die Seniorenbund-Präsidentin.

Im Bereich der Sozialpolitik nannte Korosec den Themenkomplex Pflege und Betreuung als „Herzensanliegen“: „Pflege ist viel mehr als Altenbetreuung. Pflege ist unsere Pflicht der Aufbaugeneration gegenüber. Und Pflege ist ein Zeichen liebevoller Anerkennung. Daheim statt im Heim wollen mehr als 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sein. Sie wollen in ihrer gewohnten, familiären Umgebung gepflegt werden.“ Von der künftigen Bundesregierung erwartet Korosec daher ein „Gesamtkonzept für Pflege und Gesundheit mit Finanzierung aus einer Hand“.

Beim Thema Sicherheit bekannte sich Korosec zu dem Grundsatz „Offene Herzen, ja! Offene Grenzen, nein!“. „Wer vor Gewalt fliehen muss und eine neue Heimat sucht, dem muss man helfen. Wer aber aus rein wirtschaftlichem Kalkül kommt, wer seine Gewaltkultur nach Österreich nach Österreich importieren möchte, der hat hier absolut nichts verloren!“, führte Korosec aus. 

Erstmals in der 65-jährigen Geschichte des Österreichischen Seniorenbundes wird die rund 300.000 Mitglieder starke Organisation zukünftig von zwei Mandataren im Parlament vertreten sein. Korosec nannte dies ein „klares Signal an die erfahrene und zahlenstarke Personen- und Wählergruppe in Österreich“. Dies zeigt auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Neuen Volkspartei und dem Kanzlerkandidaten Sebastian Kurz.

Mit Polizei-General Karl Mahrer werde sich nunmehr ein „ausgewiesener Sicherheitsexperte“ der Seniorenanliegen annehmen. Vor allem bei den Seniorinnen und Senioren gehe es nicht nur um die objektive Sicherheit, sondern auch um das subjektive Sicherheitsgefühl, betonte Korosec.

Auch der TU-Professor Rudolf Taschner wird die Bevölkerungsgruppe der Seniorinnen und Senioren im neuen Parlament vertreten. Als „international anerkannter Experte für das lebenslange Lernen“ sei der Wissenschaftler „im Kreise von Menschen in den besten Jahren auch bestens aufgehoben“. 

Der Österreichische Seniorenbund wurde 1952 mit dem Vereinsnamen Österreichischer Rentnerbund gegründet. 1977, bereits unter dem heutigen Namen Österreichischer Seniorenbund, wurde er zu einer Teilorganisation der ÖVP. Seit dem Jahr 2000 besitzt der Seniorenbund als entscheidender Partner im Seniorenrat darüber hinaus die Rechtsstellung als Sozialpartner. Das bedeutet, dass der Seniorenbund sowohl bei der Entstehung eines Gesetzes, als auch bei der Adaptierung von bestehenden Gesetzten eingebunden sein muss. Dies zeigt auf, dass der Seniorenbund, mit rund 300.000 Mitgliedern, eine demokratisch legitimierte Vertretung aller Seniorinnen und Senioren in Österreich ist und sich somit für sämtliche Themenbereiche, von Sozialthemen bis Wirtschaftsthemen, für die freiwilligen Mitglieder zuständig zeigt.