Bargeld-Abschaffung: Gespenst oder Monster?

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Der Ungeist der Bargeld-Abschaffung!

Das Gespenst geistert schon länger durch die EU: die Abschaffung des Bargeldes. Ja, Sie haben richtig gelesen: Das Bargeld soll weg. Komplett. Endgültig. Erbarmungslos. Sie werden jetzt sagen: Das ist Übertreibung. Utopie. Panikmache.  Ist es aber nicht. 

Die Pläne sind ganz real. In einem aktuellen Papier stellt der Internationale Währungsfonds IWF jetzt sogar einen Fahrplan vor, wie das Bargeld für immer aus dem Verkehr gezogen werden kann, siehe: www.imf.org.

Und so soll es gehen: Langsam und ganz ohne öffentliches Aufsehen. Dafür umso effizienter. Und vor allem: ohne ein Zurück.

Ein Leben ohne Bargeld – und damit ohne die Möglichkeit, frei und spontan über das hart erarbeitete Geld verfügen zu können: Wollen wir das?

Meine Antwort: ein eindeutiges "Nein" zur Bargeldabschaffung!

Die Antwort ist ein eindeutiges Nein. Aber Brüssel zeigt sich unbeeindruckt. Und die Angst der Menschen steigt. Aus dem Gespenst ist ein Monster geworden. Der Seniorenbund sagt: Das Bargeld muss erhalten bleiben!

Nur Bares ist Wahres – aus gutem Grund:

  • Wie oft liest man von Kreditkartenbetrug vom Ausspionieren von Passwörtern, vom Datenklau?
  • Wie verlassen ist man, wenn man sich am Wochenende auf das Plastikgeld verlässt und die Karte kaputt oder verloren geht?
  • Bei Abschaffung des Bargeldes droht die Gefahr, dass der Staat mit einem Knopfdruck auf die Konten der Menschen, z. B.  als so genannten „Solidarbeitrag“, zugreifen kann!
  • Wie viel Privatsphäre bleibt uns dann noch, wenn man uns sogar unsere Geldbörsel nimmt? Geben wir den Enkelkindern das kleine Extra-Taschengeld dann per e-Banking?

82 % aller Zahlungen in Österreich in bar!

Wir stehen mit unserer Meinung aber nicht alleine da – ganz im Gegenteil: Unseren Standpunkt teilen nicht nur viele Bürgerinnen und Bürger, sondern auch das Finanzministerium und die Österreichische Nationalbank (OeNB). Und das nicht ohne Grund: In Österreich werden laut OeNB 82 Prozent aller Zahlungen in bar abgewickelt. Pro Jahr gehen 3,4 Milliarden Euro von den Großeltern an Kinder und Enkel. Und das vor allem in bar.

Das alles zeigt deutlich: Die Österreicher wollen nicht, dass „ihr“ Bargeld durch irgendwelche Plastikkarten ersetzt wird.

Österreich muss ein Land mit Bargeld bleiben!

Noch ist nicht aller Tage Abend: Der Seniorenbund hat den Kampf gegen die Bargeldabschaffung aufgenommen. Und gemeinsam werden wir dieses Monster besiegen. Damit im Börsel bleibt, was dort hin gehört: Unser Bargeld!

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