Das dänische Modell der Pflege

Ach wie schön ist Dänemark!

In den 1980er Jahren drohte in Dänemark die Betreuung älterer Menschen in sich zusammenzubrechen – zu teuer, zu wenig Personal, zu aufwendig. Alle waren unzufrieden. Acht von 10 Menschen, die nicht mehr allein zurechtkamen, lebten in Heimen. Die Gemeinden wussten nicht mehr, wie sie das bezahlen sollten.

Statt an einem maroden System herumzubasteln, organisierten die Dänen alles völlig neu: Die Heime sollten verschwinden, die Menschen selbstständig leben.

„Alt“ bedeutet im Königreich nicht automatisch „unfähig“, sondern "noch viel selbst können und manchmal Hilfe benötigen". Die Dänen stellten fest: Rechtzeitig eine Heimhilfe, eine Putzfrau oder eine Therapie bereitzustellen, kommt viel billiger als ein teures Pflegebett. Hilfe zur Selbsthilfe statt Unterstützung in der Unselbstständigkeit lautet die Devise.
Die Rechnung geht auf, denn in Dänemark sind inzwischen nur 8% der Über-65-Jährigen stark betreuungsbedürftig, in Österreich 22%.

Putzdienste, Einkaufs-Taxis, Begleitung zum Arzt oder ins Museum, Tageszentren, Freizeitprogramm, Physiotherapie, Krafttraining, medizinische Pflege und vieles mehr – dänische SeniorInnen haben die Wahl! Das will ich auch für uns in Österreich!

Dänen bekommen übrigens kein Pflegegeld. Das Angebot wird direkt durch Steuereinnahmen finanziert. Jeder erhält die benötigte Hilfe. Trotzdem gibt Dänemark mit 4.000 € pro Kopf für Gesundheit und Pflege (kaufkraftbereinigt) genau so viel aus wie Österreich.

Natürlich meckert auch diese Bevölkerung an ihrem System herum. Und trotzdem ist es für unsere Reform ein gutes best practice Beispiel. Bis dahin heißt es leider weiter: Ach, wie schön ist Dänemark!

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