Der Straßenverkehr muss seniorenfreundlicher werden!

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Dieses Jahr sind laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bereits 52 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das allein ist eine traurige und besorgniserregende Nachricht. Alarmierend ist jedoch, dass über 50 Prozent Todesopfer älter als 64 Jahre waren.

Seniorinnen und Senioren sind im Straßenverkehr vorrangig die Opfer und nicht die Verursacher von Unfällen. Während die Unfälle älterer Menschen als Insassen von Kraftfahrzeugen laut Verkehrsministerium zurückgegangen sind, verunglücken Seniorinnen und Senioren vor allem als Radfahrer und Fußgänger. Hier besteht eine große Verantwortung von Auto-, LKW- und Motorradfahrerinnen und -fahrern, im Straßenverkehr besonders aufmerksam zu sein. Aber das allein reicht nicht!

Unser Verkehrssystem ist nicht seniorenfreundlich genug. Hier braucht es dringende Nachbesserungen, von denen ich einige wichtige nennen möchte:

Verkehrsberuhigung und geringere Geschwindigkeiten

Besonders in Ortsgebieten gibt es viele schwer einsehbare Straßen, in denen eine Reduktion von Tempo 50 auf Tempo 30 aus Sicht der Verkehrssicherheit sinnvoll ist. In manchen Bereichen, vor allem bei Schulen und Wohngebieten, braucht es überhaupt eine Verkehrsberuhigung. Das erhöht nicht nur die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Neben älteren Menschen werden so auch Kinder vor Unfällen geschützt.

Ampeln: Mehr Grün und weniger rot

Viele Ampelphasen sind schlichtweg zu kurz, um eine Straße zügig überqueren zu können. Das gilt nicht nur für ältere Menschen, die oft eingeschränkt mobil sind, sondern auch beispielsweise für Personen mit Kinderwägen. Längere Grünphasen für Fußgänger wären hier eine deutliche Erleichterung.

Mehr Gehwege – auch als Verbindung zwischen Orten

Nicht nur im Ortsgebiet mangelt es oft an ausreichend breiten Gehwegen. Sie fehlen vor allem im ländlichen Raum als Verbindung zwischen zwei Orten. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, dem bleibt hier oft nur der gefährliche Fahrbahnrand.

Bessere Ausleuchtung und mehr Zebrastreifen

Freilandstraßen sind aber nicht nur aufgrund fehlender Gehwege gefährlich. In vielen Fällen fehlen auch sichere Zebrastreifen als Übergangsmöglichkeiten, die zudem nicht ausgeleuchtet sind. Das macht die Querung einer Straße vor allem in der dunklen Jahreszeit noch gefährlicher.

 

Diese Maßnahmen erleichtern es älteren Menschen nicht nur, sich im Straßenverkehr sicherer fortzubewegen – sie können auch Leben retten.

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