Die Zukunft gehört der Digitalisierung

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Die Zukunft gehört der Digitalisierung

Früher einmal nahmen ältere Menschen gerne eine Abwehrhaltung gegen die Einführung moderner Techniken ein. Man begnügte sich mit dem, was man kannte. Heute gehören Internet und mobile Information einfach zum Alltag, um nicht gesellschaftlich isoliert, von der Außenwelt beinahe abgeschnitten zu sein.

Die Digitalisierung erlebt man nicht nur in der Berufswelt, im Haushalt, selbst in der Freizeit sondern sie hält zunehmend auch im Bereich der Gesundheitsvorsorge und der Pflege Einzug.

Zwei Gründe stechen dabei besonders hervor. Erstens sind wir mit dem Problem konfrontiert, dass wir gerade auf dem Gebiet der Pflege mit einer steigenden Nachfrage, mit der Suche nach kostendämpfenden Maßnahmen unter Beibehaltung eines hohen qualitativen Standards beschäftigt sind. Zweitens geht es auch darum, alle Möglichkeiten zu prüfen, wie man dem sich abzeichnenden Personalmangel entgegenwirken, auch Angehörige und berufliche Pflegekräfte entlasten kann, ohne dabei die Betreuung zu entmenschlichen, ja für den bestmöglichen Erhalt der Selbständigkeit und der Sicherung der Lebensqualität zu sorgen.

Wenn der Herzschrittmacher am Handy klingelt

Dass die moderne IT Technik sehr wohl ein Segen sein kann, lässt sich bereits an vielen Beispielen augenscheinlich zeigen.

Dazu gehört zum Beispiel der Herzschrittmacher, ein elektronischer Impulsgenerator, der den Herzmuskel anregt und dafür sorgt, dass das Herz regelmäßig schlägt. Das durchschnittliche Alter von Herzschrittmacher-Patienten liegt übrigens bei rund 80 Jahren. Mit dem Einsetzen eines solchen Schrittmachers ist es freilich nicht getan, handelt es sich doch um ein technisches Gerät, das auch seiner Wartung bedarf, jährlich kontrolliert werden muss. Das kann freilich nicht der Hausarzt besorgen sondern dazu muss eine Schrittmacherambulanz aufgesucht werden.

Die Digitalisierung in der Medizin macht es nun möglich, dieses System nicht nur zu vereinfachen, sondern sogar die Kontrolle gewissermaßen selbst wahrzunehmen, wodurch mehr Sicherheit gegeben und auch eine raschere Reaktion möglich ist. Sehr vereinfacht ausgedrückt: Durch die Anbindung des Herzschrittmachers an den Computer wird eine laufende Kontrolle sichergestellt. Gibt es ein Problem, gerät der Herzschlag außer Takt, dann läutet das Smartphone. Der Arzt hat die Möglichkeit, sofort für Hilfe zu sorgen.

Neue Techniken lassen Utopie Wirklichkeit werden

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird intensiv an so genannten „Active Assisted Living Produkten“ geforscht. Schon heute gibt es viele Technologien im Test, auch bereits im Einsatz, die ältere Menschen unterstützen, ihren Alltag erleichtern, möglichst bequem gestalten helfen sowie gleichzeitig Angehörige und Pflegepersonal entlasten.

So etwa gibt es T-Shirts, die Blutdruck und Herzfrequenz messen und die Daten weiterleiten. Dank der Telemedizin lässt sich auch das Gehverhalten von älteren und beeinträchtigten Personen kontrollieren, ja sogar Auskunft über den Aufenthaltsort und nötige Medikamente geben. Und es wird ermöglicht, mit Hilfe der IT-Technik unmittelbar Hilfe zu organisieren, wenn Gefahr in Verzug ist.

Schon bald wird es ein dem Skelett ähnliches Stützsystem geben, das außen am Körper getragen wird und hilft, bestimmte Bewegungen, die bereits schwerfallen, trotzdem selbständig durchzuführen.

Das klingt alles vielleicht ein wenig utopisch, wie ferne Zukunftsmusik, ist aber bereits Realität oder dabei, Realität zu werden. Mir geht es zum jetzigen Zeitpunkt darum, das Thema Pflege umfassend zu diskutieren, nicht nur von der Finanzierung her: Attraktivierung der Pflegeberufe, Unterstützung für pflegende Angehörige, Pflege zu Hause und damit Ausgestaltung der Pflegestufen 1 bis 4 – das alles gehört gesamtheitlich besprochen. Der Seniorenbund wird sich in den nächsten Wochen und Monaten intensiv in diese Diskussion einbringen!

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