Digitale Medizin: Wenn der Herzschrittmacher am Smart Phone klingelt.

Die beiden Buchstaben IT stehen für die moderne Informationstechnik und Datenverarbeitung. Der Computer im Haushalt, das Handy in der Tasche, sind Gebrauchsgegenstände geworden. Vielleicht nicht immer für alle, vor allem ältere Menschen, die schon eine Fülle technischer Revolutionen erlebt haben. Sich überfordert fühlen und manchmal fragen, ob man dies denn alles wirklich benötigt, nicht übertreibt, wenn man statt einem Brief ein SMS versendet, statt einem persönlichen Gespräch sich via Facebook outet.

Kommunikationstechnologie, die Leben verlängert und rettet.

Die moderne IT Technik kann sehr wohl aber auch ein Segen sein. Die hohe durchschnittliche Lebenserwartung hat bei einer erklecklichen Anzahl von Menschen ihren Grund nicht nur in der besonders guten gesundheitlichen Konstitution, sondern auch in medizinischen Eingriffen zur rechten Zeit. Dazu gehört zum Beispiel der Herzschrittmacher, ein elektronischer Impulsgenerator, der den Herzmuskel anregt und dafür sorgt, dass das Herz regelmäßig schlägt. Das durchschnittliche Alter von Herzschrittmacher-Patienten liegt übrigens bei rund 80 Jahren.

Mit dem Einsetzen eines solchen Schrittmachers ist es freilich nicht getan, handelt es sich doch um ein technisches Gerät, das auch seiner Wartung bedarf, jährlich kontrolliert werden muss. Das kann freilich nicht der Hausarzt besorgen, sondern dazu muss eine Schrittmacherambulanz aufgesucht werden.

Tele-Medizin spart Zeit und Wege.

Eine solche Jahreskontrolle ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Der Patient muss ins Spital fahren, in vielen Fällen – weil nicht mehr so bewegungsfähig – die Dienste eines Rettungsdienstes in Anspruch nehmen. Die Prüfung des Herzschrittmachers erfolgt dann durch eigene Spezialisten, die dementsprechend oft zusätzlich engagiert werden müssen. Mitunter ist auch eine Reparatur angesagt. Nach der Kontrolluntersuchung heißt es wieder, die Heimreise anzutreten. Insgesamt ein beträchtlicher Kosten- und Zeitaufwand.

Die Digitalisierung in der Medizin macht es nun möglich, dieses System nicht nur zu vereinfachen, sondern sogar die Kontrolle gewissermaßen selbst wahrzunehmen, wodurch mehr Sicherheit gegeben und auch eine raschere Reaktion möglich ist. Sehr vereinfacht ausgedrückt, durch die Anbindung des Herzschrittmachers an den Computer wird eine laufende Kontrolle sichergestellt.

Oder noch sinnbildlicher formuliert, gibt es ein Problem, gerät der Herzschlag außer Takt, dann läutet das Smartphone.

Lebensqualität steigern und dabei Kosten wie Schlaganfallrisiko senken.

Das ist keine Utopie, sondern mittlerweile Realität. Die Tele-Medizin macht es unter anderem möglich, die bisher jährlich fällige Schrittmacherkontrolle durch eine digitale tagesaktuelle telemedizinische Betreuung zu ersetzen. Aufgrund der elektronischen Verbindung des Herzschrittmachers im Körper mit der Außenwelt erfolgt nicht nur eine kontinuierliche technische Überprüfung und Rhythmusanalyse, sondern beim Auftreten von Problemen wird sofort ein Alarm ausgelöst. Diese Daten werden dank ELGA auch an den Hausarzt, den Internisten übermittelt, die sofort die notwendigen Schritte einleiten.

Wissenschaft und Technik machen es möglich, nicht nur für mehr Sicherheit zu sorgen, sondern letztlich auch Kosten zu sparen. Mit einer derartigen Innovation würde man die Kosten auf rund 1/5 reduzieren können. Ist es doch nicht mehr nötig, routinemäßig jährlich zur Kontrolle ins Spital zu fahren, wenn ohnedies der Herzschrittmacher funktioniert, sondern das Aufsuchen der Spezialisten ist erst angesagt, wenn am Bildschirm, am Display die entsprechende Anzeige aufscheint.

Eine finanzielle Ersparnis und eine Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten. Das ist nicht der einzige Vorteil! Denn mit dieser Möglichkeit einer stetigen Kontrolle der Herzdaten wird das Schlaganfallrisiko nachweislich um über 10 Prozent gesenkt.

Ihre Meinung zum Thema?

Ich erteile meine Einwilligung, dass die von mir erhobenen Daten zum Zweck der Übermittlung von Informationen beim Österreichischen Seniorenbund verarbeitet werden und diese Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. 
Diese Einwilligung kann jederzeit bei bundesorg.seniorenbund.at widerrufen werden. Durch den Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der bis dahin erfolgten Verarbeitung nicht berührt.

Jetzt anmelden!

Immer auf dem Laufenden bleiben mit unserem Newsletter.