Digitalisierung erhöht die Mobilität

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Digitalisierung erhöht die Mobilität

Jede Generation hat ihre eigenen Mobilitätsbedürfnisse. Und diese haben sich auch im Laufe der Zeit immer wieder geändert. Hatte noch vor gar nicht allzu langer Zeit für die Stadtpolitik der Ausbau des Straßennetztes für den PKW- und LKW-Verkehr absoluten Vorrang, so gilt heute das Primat den öffentlichen Verkehrsmitteln – und auch eines flächendeckenden Radwegnetzes.

Nicht nur jede Generation, auch jede Altersgruppe hat spezielle Mobilitätsbedürfnisse. Pointiert formuliert, diese haben eine große Bandbreite und reichen von den Kinderwagen schiebenden Jungen bis zu den Rollator fahrenden Alten.

Wie sehr sich nicht nur die Bedürfnisse mit dem Älterwerden verändern, sondern diese auch mit der Anpassung an die neuen technologischen Möglichkeiten zusammenhängen, zeigt eine Zahl, die man sich vergegenwärtigen muss: 48 Prozent der 60plus-Generation, also faktisch jede(r) Zweite, leiden unter Mobilitätseinschränkungen.

Lebensqualität und Sozialkontakte

Wobei Mobilität ein sehr weitgespannter, das Leben und den Tagesablauf bestimmender Begriff ist. Da geht es nicht nur darum, ob und welche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, sondern um die Bewegungsmöglichkeiten im eigenen Haus, in der näheren Umgebung und darüber hinaus. Wie steht es um die Nahversorgung, welche Freizeitmöglichkeiten vom Sport bis zur Kultur kann man nutzen, wie sehr ist man in das gesellschaftliche Leben von Freunden und Familie eingebunden, wie gut und schnell erreichbar sind medizinische Institutionen. Mobilität ist ausschlaggebend für die physische und psychische Fitness.

Für die ältere Generation wichtig ist die Verlängerung der Zeit, in der sie selbstständig leben und autonom am sozialen Leben teilhaben können. Ihr Verlust schränkt die Lebensqualität und die Sozialkontakte spürbar und gravierend ein. Um Lebensqualität und Sozialkontakte sicherzustellen, müssen ältere Menschen daher mobil sein und bleiben.

Und hier stellt die Digitalisierung einen ganz entscheidenden Faktor dar. Internet & Co. haben bereits in den letzten Jahren ungeahnte neue Möglichkeiten geschaffen. Denken wir nur daran, dass das mobile Telefon eine Erreichbarkeit rund um die Uhr und das an jedem Ort selbstverständlich gemacht hat. Oder dass man zum Beispiel mittels Skype auch mit seinen Kindern locker telefonieren, ja sogar von Angesicht zu Angesicht sprechen kann, selbst wenn sie tausende Kilometer von daheim entfernt sind.

Digital-Anschluss für jeden Haushalt

Die technologische Entwicklung führt schnurstracks auf das Digitalisierungszeitalter zu. Die Bundesregierung hat im Regierungsprogramm einen ganz großen Schwerpunkt gesetzt, um eben die Digitalisierung in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Dazu gehört die Schaffung einer Bürgerkarte, mit der alle relevanten Dokumente auf einem Griff verfügbar sind, ebenso wie die einer so genannten „Roadmap“, die für die Vernetzung aller Verkehrssysteme sorgt und es so erleichtert, auf dem bestmöglichen und sichersten Weg von A nach B zu kommen.

Keine Frage, um von den wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung Gebrauch machen zu können, bedarf es auch der Bereitschaft, die Angebote zu nutzen. Wenngleich es mitunter für die ältere Generation nicht immer leicht ist, sich auf die so genannten Neuerungen einzustellen, so hat sich doch ein bedeutender Wandel vollzogen. Gerade bei der 60plus Generation ist der Anteil der Nutzer von Internet und den Sozialen Medien bedeutend angestiegen. Zwei von drei machen bereits Gebrauch davon.

Das Ziel muss es sein, dass jeder Haushalt Zugang zur digitalen Welt erhält. Und dazu wird es notwendig sein, die Seniorinnen und Senioren zu begeistern und, wenn erforderlich, auch für begleitende Informationsangebote und Nutzungshilfen zu sorgen.

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