Ganz ohne Auto geht es nicht – aber wie?

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Ganz ohne Auto geht es nicht – aber wie?

Die Zukunft des Verkehrsalltags wird vom Siegeszug der Digitalisierung und der Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel bestimmt sein. Das ist ein unumstößliches Faktum. Und diese Entwicklung wird sich gerade auch auf die Mobilität der älteren Generation auswirken.

Das heißt aber auch, dass wir der Zukunft nicht mit Sorge und Angst, sondern aufgeschlossen und positiv entgegen sehen können und sollen. Denn, mehr Mobilität bedeutet in letzter Konsequenz mehr Lebensqualität und weniger Abhängigkeit.

Die Vernetzung der Verkehrsmittel, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ändert freilich nichts an der Tatsache, dass das Auto auch weiterhin ein zentrales Element in unserem Leben spielen wird. Das zeigen allein die Zahlen.

44 Prozent der 80- bis 85-Jährigen besitzen ein Auto, 31 Prozent von ihnen fahren sogar noch selbst, wobei der Anteil am Land mangels passender Infrastruktur wesentlich höher ist. 95 Prozent der älteren Führerscheinbesitzer sind mindestens einmal pro Woche unterwegs und legen durchschnittlich 10.000 Kilometer im Jahr zurück. Nicht nur das. bis 2030 wird sich aufgrund der demographischen Entwicklung die Zahl der Auto fahrenden Senioren erhöhen.

Digitalisierung schafft Sicherheit

Mit steigendem Alter bedeutet Autofahren eine immer größere Herausforderung. Nicht zuletzt, weil die individuelle Leistungsfähigkeit zwar individuell sehr unterschiedlich, aber dennoch abnimmt. Das reicht von physischen Einschränkungen (Reduktion der Dämmerungsschärfe, Hörverlust im Niedrig- und Hochfrequenzbereich) bis hin zu kognitiven Einschränkungen (verlangsamte Informationsverarbeitung, verschlechterte Konzentrationsfähigkeit).

Im Individualverkehr geht es freilich nicht nur um die eigene Sicherheit, sondern auch um die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer.

Um den Aktionsradius älterer Personen nicht zwangsläufig zu reduzieren, ihnen die Möglichkeit zu geben, auch außerhalb des unmittelbaren Wohnumfelds familiäre und freundschaftliche Kontakte zu pflegen, Freizeit- und Kulturangebote zu nutzen, wird gerade die Möglichkeit sich in ein digitales Mobilitäts-Netzwerk einzuklinken, die Chancen einer vor allem auch möglichst stressfreien Beweglichkeit erhöhen.

Der Einzug der Digitalisierung in den Alltag wird auch die Nutzung des eigenen PKW gerade für ältere Personen erleichtern und damit komfortabler machen. Schon bald wird automatisiertes und fahrerloses Parken serienmäßig sein. Soll heißen, dass das Fahrzeug an einem vorgegebenen Parkplatz eigenständig einparkt.

Mobilität als persönliche Herausforderung

Damit aber nicht genug, bereits getestet werden die nächsten Entwicklungsstufen, indem das Fahrzeug sich eigenständig ein freies Parkfeld sucht, es zu einem automatisierten Fahren auf Autobahnen und Schnellstraße kommt.

Richtig verstanden und richtig genutzt, werden diese Modelle das Leben der älteren Generation erleichtern, die Mobilität bis ins hohe Alter erhalten helfen und auch dazu beitragen, im Falle einer Pflegebedürftigkeit optimale Rahmenbedingungen zu schaffen.

Daher heißt es, keine Abwehrhaltung einnehmen, sondern die Herausforderung annehmen und sich offen mit dem auseinanderzusetzen, was an neuer moderner Technologie auf uns zukommt.

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