Vorsorge ist besser als Nachlässigkeit

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Thema der Woche: Vorsorge ist besser als Nachlässigkeit

Der Life-Ball ist nicht jedermanns Sache. Das schrille Auftreten so mancher Stars, Kostüme, die mehr zeigen als verbergen, ein Outing, mit dem so mancher Protagonist nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, findet nicht nur Beifall, sondern auch Kritik.

Was man bei diesem Event allerdings nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass damit für Aufmerksamkeit gesorgt, ein Problembewusstsein nicht nur für Aids, sondern für die Prävention an sich geschaffen wurde. Und es wurde zudem durch Spendenaktionen viel Geld gesammelt, das konkreten Hilfs- und Forschungsprojekten zugutekam.

Dazu nur ein paar Fakten, die zum Nachdenken geben. Aids wurde im Dezember 1981 als eigenständige Krankheit erkannt. Seit Beginn der Epidemie starben 35 Millionen Menschen an dieser Infektion. Der Anteil der HIV-Infizierten liegt im weltweiten Durchschnitt bei etwa 0,8 Prozent der 15- bis 49-Jährigen, erreicht in einzelnen afrikanischen Staaten jedoch Werte um 25 Prozent. Allerdings, durch das rechtzeitige Erkennen, die damit verbundene medikamentöse Behandlung, ist Aids mittlerweile in Mitteleuropa, auch in Österreich wesentlich seltener geworden.

Vorsorge ist besser als Nachlässigkeit. Das ist ein Grundsatz, der für viele Lebensbereiche gilt. Und auch als Maßstab genommen werden sollte, im Umgang mit unserer eigenen Gesundheit.

Dass in den letzten Jahrzehnten das Durchschnittsalter massiv angestiegen ist, verdanken wir nicht nur den Fortschritten der Medizin, sondern auch der Vorsorge. Es hat schon seinen Grund, dass die Österreicherinnen und Österreicher lm Vergleich zu anderen EU-Einwohnern länger leben. Laut OECD beträgt die Lebenserwartung bei uns 81,3 und in der EU 80,6 Jahre.

Zugegebenermaßen wir haben nicht nur eines der teuersten, sondern auch besten Gesundheitssysteme, das uns erst recht nicht verleiten darf, immer wieder auf Reformen zu drängen. Aber es sind nicht nur der gute, offene Zugang zu den Gesundheitseinrichtungen, sondern eben auch eine Vielzahl von Angeboten, die es den Menschen in unserem Land ermöglichen, mit gutem Gewissen in die Zukunft zu sehen, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen, frühzeitig den Heilungsprozess einzuleiten und so ein unbeschwertes Leben möglichst lange zu führen.

Mit 18 fängt die Vorsorgemöglichkeit an

Ein Schlüsselpunkt ist die Vorsorgeuntersuchung. Sie bietet allen Personen ab dem 18. Lebensjahr mit Wohnsitz in Österreich einmal pro Jahr ein umfangreiches Untersuchungsprogramm. Und das auf Kosten der Krankenkasse.

Ein solcher Gesundheitscheck bringt viele Vorteile: Ergeben die medizinischen Untersuchungen erste Hinweise für eine Erkrankung, dann wurde Zeit gewonnen, um gegenzusteuern. Ein individuelles Beratungsgespräch mit der Ärztin oder dem Arzt kann zudem über einen gesundheitsfördernden Lebensstil aufklären und Unterstützung bei Veränderungsbedarf bieten.

In den letzten Jahren wurde, auch dank vieler Aufklärungskampagnen, von dieser Präventionsmöglichkeit immer mehr Gebrauch gemacht. Allerdings noch immer etwas mehr als 30 Prozent, also jede bzw. jeder Dritte waren noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung. Besonders hoch ist der Anteil bei den jüngeren Menschen, niedriger bei älteren Menschen. Dazu kommt auch noch ein Stadt-Land-Gefälle.

Hier gilt es anzusetzen, von bestehenden Angeboten einfach Gebrauch zu machen. Dazu bedarf es freilich immer wieder Denkanstößen, die einen auf Möglichkeiten aufmerksam machen und die dazu führen sollten, dass man dann auch den entsprechenden Schritt setzt.

Der griechische Dichter Menander hat einen schönen Satz geprägt:
Gesundheit und Verstand, das sind die beiden Lebensgüter“.

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