Wir sind nicht die „teuren Alten“ – wir sind die „neuen Alten“! – Das Thema der Woche

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Ich höre ständig „Die Alten kosten zu viel“. Öffentliche Diskussionen drehen sich meist um Pensionen und Pflegekosten. Immer mehr ältere Menschen würden den Staatshaushalt immer stärker belasten, ohne noch etwas beizutragen. Teilweise sind diese Stereotype von politischen Akteuren forciert, teilweise werden diese Bilder und Argumente aus Reflex bedient.

Das sind Klischees, die ich nicht mehr hören kann, denn der Tunnelblick auf die ältere Generation ist grundfalsch. Wir Seniorinnen und Senioren sind kein Kostenfaktor, wir sind ein Wirtschaftsfaktor! Es wird leider gerne vergessen, dass eine milliardenschwere Wirtschaftsleistung hinter den mehr als 2,3 Millionen Seniorinnen und Senioren in Österreich steckt:

  • 17 Milliarden Euro zahlen über 65-Jährige in den Staatshaushalt ein.
  • 22 Prozent des privaten Konsums (knapp 30 Milliarden Euro) in Österreich entfallen auf den Markt der Über 65-Jährigen.
  • Jeder fünfte Haushalt in Österreich ist ein Seniorenhaushalt – 2030 wird es fast jeder vierte Haushalt sein.
  • Ältere leisten pro Jahr mehr als 8 Milliarden Euro unbezahlte Arbeit (karitative Vereine, Enkelbetreuung, Angehörigenpflege, etc.) –
  • das entspricht in etwa dem Bildungsbudget.
  • Pflege generiert im Vergleich zu den Ausgaben das 1,7-fache an Wertschöpfung!
  • Das gilt nicht nur für Österreich: Europaweit gesehen ist die Generation 50+ die drittgrößte Wirtschaftsmacht hinter den USA und China.

Diese Zahlen sind eindeutig: Wir Seniorinnen und Senioren sind unverzichtbar und eine wichtige Säule der Gesellschaft – so wollen wir aber auch gesehen und als solche behandelt werden! Besonders während Corona hat sich gezeigt, dass mehr über die „Alten“ statt mit ihnen gesprochen und entschieden wurde. Wir wollen echte Mitsprache statt Ausgrenzung!

Der Kampf für dieses bessere Bild der älteren Generation (zuletzt unter anderem im Kurier, der Wiener Zeitung und der Tiroler Tageszeitung) ist mir seit Jahren ein Herzensanliegen und ist auch für 2021 und die kommenden Jahre der politische Auftrag des Österreichischen Seniorenbundes.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel – weg von „alt, klapprig, krank“, hin zu „aktiv, erfahren, engagiert“! Wir sind keine Risikogruppe, wir sind eine Chancengruppe! Wir sind nicht die teuren Alten, wir sind die „neuen Alten“!

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