Mehr Hitzetote als Verkehrstote – wir müssen jetzt handeln!

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes
Abgeordnete zum Wr. Landtag
Volksanwältin a.D.

Bei der bisher größten Hitzekatastrophe Europas sind im Jahr 2003 allein in Frankreich 15.000 Menschen gestorben. 2018 gab es in Österreich 766 Hitzetote – das sind beinahe doppelt so viele Opfer wie im Straßenverkehr! Hitze wird zu einer immer größeren Gefahr, besonders für ältere Menschen. 1,6 Millionen Seniorinnen und Senioren gelten als stark durch Hitze gefährdet. Von den 766 Hitzetoten im Jahr 2018 waren laut AGES mehr als 500 über 50 Jahre alt.

Zusätzlich sorgen die hohen Temperaturen dafür, dass ältere Menschen seltener die Wohnung verlassen und vereinsamen. Dabei tappen sie aber in eine Hitzefalle, denn viele Wohnungen überhitzen leicht. Eine Kühlung mit Klimageräten können sich vor allem Menschen mit kleinen Pensionen kaum leisten.

Sofortmaßnahmen: Information, Hitzetelefon und kühle öffentliche Räume

Was können wir kurzfristig tun, um den Auswirkungen der extremen Hitze zu begegnen? Der Österreichische Seniorenbund bringt sich aktiv ein und steht mit der Regierung im ständigen Dialog über Sofortmaßnahmen, um im Angesicht der nächsten Hitzewelle vorbereitet zu sein. Davon nenne ich nur einige:

  • Hitzetelefon und Informationskampagnen vor Ort.
  • Ein dichtes Netz von Trinkwasserspendern im öffentlichen Raum.
  • Klimatisierte öffentliche Räume als barrierefreie Zufluchtsorte in dicht bebauten Gebieten.
  • Schattenoasen und Ruheplätze mit Bäumen und Wasser.
  • Notfallpläne, die speziell ältere Menschen bei großer Hitze schützen sollen.

Langzeitmaßnahmen: Breiter Katastrophenschutz und Hitze-Raumplanung

Darüber hinaus müssen unbedingt langfristige Vorkehrungen getroffen werden, um den Auswirkungen der Hitze entgegenzutreten. Ganz wichtig ist hier der bereits im Regierungsprogramm verankerte Ausbau des Katastrophen-Managements. Hitzekatastrophen stellen eine neue Herausforderung dar, für die es in Zukunft noch schnellere und effektive Hilfe geben wird. Zukünftige Bauprojekte werden klimafreundlicher gestaltet und die Raumplanung an die Anforderungen der heißen Sommer angepasst. Auch bessere Sanierung wird Schritt für Schritt die „Hitzefallen“ in Wohnungen beseitigen. All diese Maßnahmen retten Leben und sind das Gebot der Stunde.

Ich bin auch froh, dass die Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz noch weiter denkt: Mit dem Fokus auf erneuerbare Energien, dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 und vielen weiteren Reformen wird dem Klimawandel mit Hausverstand entgegengetreten. Nicht nur für uns, sondern auch für kommende Generationen.

Aufeinander schauen, egal ob bei Hitze oder Kälte

Zuletzt möchte ich aber noch hervorheben, wie wichtig der gemeinsame Zusammenhalt ist. Schauen wir mehr aufeinander und reagieren wir, wenn wir merken, dass die Hitze – oder aktuell die Kälte – unseren Mitmenschen zu schaffen macht. Beispielsweise nach dem Befinden der älteren Nachbarin fragen, wenn sie geschwächt wirkt. Wenn wir füreinander da sind, kann Schlimmeres oft verhindert werden.

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